Stink-Bug-Saison 2026/2027 · 01.09.2026 – 30.04.2027

Deutschland ist Zielrisikoland. Ihre Maschine braucht ein Zertifikat.

Australien fährt die weltweit strengsten saisonalen Einfuhrmaßnahmen gegen die Braune Marmorierte Baumwanze. Wer die Fristen, Warenlisten und Behandlungsraten nicht kennt, verliert die Ladung am Kai – oder schickt sie zurück.

Projekt- und Schwergutverkehre seit Jahren nach AU/NZ Eigene Rigging- und Reinigungsteams im Hafen Zertifikat gegen die DAFF-Raten nachgerechnet
„Sendung prüfen lassen“ öffnet eine E-Mail-Vorlage mit allen nötigen Angaben an sales@transauriga.com.
23HS-Kapitel mit verpflichtender Behandlung – darunter 84, 85, 86, 87
120 hNachbehandlungsfenster bis zum 30.11. – die Rolled-Goods-Rettung entfällt 2026/27
38Zielrisikoländer – Deutschland, Österreich und die Schweiz sind dabei

Maßgeblich ist das Shipped-on-Board-Datum im Ocean Bill of Lading. Gate-In-Daten akzeptiert DAFF ausdrücklich nicht.

Betrifft es meine Sendung?

Wenn Sie Maschinen nach Australien verschiffen, lautet die Antwort fast immer: ja.

Die Hochrisiko-Warenliste liest sich wie das Inhaltsverzeichnis des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus. Für diese Waren ist eine Behandlung nicht optional, sondern Einfuhrvoraussetzung – neu wie gebraucht.

Maschinen und AnlagenMaschinen & Anlagen (84)
Stahl und MetallwarenStahl & Metallwaren (72/73)
BaumaschinenBaumaschinen
Fahrzeuge und TeileFahrzeuge & Teile (87)
LandtechnikLandtechnik
Hochrisiko: 4445576869707273747576787980818283848586878889 Stichprobe: 272829383940484956

Der Mitläufer-Effekt

Waren außerhalb beider Listen sind frei – bis sie mit Hochrisiko- oder Risikoware in einem Container liegen. Dann zieht die höhere Risikostufe die gesamte Sendung mit. Ein einziger unbehandelter Mitläufer hält den Container auf.

Neu und gebraucht gleich behandelt

Für die BMSB-Maßnahmen macht es keinen Unterschied, ob die Maschine fabrikneu oder rückgebaut ist. Bei Gebrauchtgerät kommt die Sauberkeitsanforderung als zweite, davon unabhängige Hürde obendrauf.

Warenliste, Fristen und Behandlungsraten kompakt – im kostenlosen Guide.

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Der teure Irrtum

Was viele annehmen.
Und was DAFF tatsächlich verlangt.

Weit verbreitete Annahme

„Wir haben doch ein Zertifikat“

  • Das Gate-In-Datum zählt für die Saison
  • Ein Flatrack ist auch nur ein Container
  • Datum auf dem Zertifikat genügt als Nachweis
  • Der Begaser wird schon zugelassen sein
  • Bei Verzögerung stellt man eben einen Antrag
  • Sauber ist die Maschine nach der Begasung
Die tatsächliche Regel

Was am Kai in Australien gilt

  • Nur das Shipped-on-Board-Datum im Ocean B/L zählt
  • Flatrack, Open Top, SOC und modifizierte Container gelten als Breakbulk – zwingend offshore, keine Onshore-Option
  • „Place and date of issue“ belegt nicht, dass die Ware im Fenster an Bord war
  • Anbieter mit Status „suspended“, „withdrawn“ oder „under review“ – Zertifikat wertlos
  • Die Rolled Goods Policy ist für 2026/27 gestrichen
  • Sauberkeit ist eine eigene, ganzjährige Anforderung

Container gehen in die Onshore-Behandlung. Breakbulk geht zurück.

Kostenfallen

Wo Projektladung tatsächlich hängen bleibt.

01

Das 120-Stunden-Fenster

Für Behandlungen vor dem 1. Dezember muss die Ware innerhalb von 120 Stunden an Bord sein – gerechnet ab Beginn der Belüftung bzw. Abschluss der Hitzebehandlung. Ein Rollover ist damit kein Terminproblem mehr, sondern ein Compliance-Problem.

02

Der Anbieterstatus ändert sich während der Reise

Behandeln darf nur ein unter AusTreat registrierter, als „approved“ gelisteter Anbieter. Diese Zulassung kann jederzeit entzogen werden – auch dann, wenn Ihre Ware bereits auf See ist.

03

Winterverladung unter 10 °C

Alle Begasungsverfahren setzen mindestens 10 °C voraus, und eine Dosiserhöhung zum Ausgleich ist ausdrücklich nicht erlaubt. Wer im Januar ab Nordeuropa verlädt, braucht eine temperierte Behandlung – oder plant von vornherein mit Hitze.

04

Sauber begast, aber nicht sauber

Australien verlangt zusätzlich und ganzjährig, dass Maschinen frei von Erde, Pflanzenresten, Samen und organischem Material sind. Kettenlaufwerk, Motorraum, Hydraulik, Kabine, Hohlräume – oft hilft nur Teildemontage vor der Reinigung.

Die vier zugelassenen Verfahren

Rechnen Sie das Zertifikat nach, bevor das Schiff abfährt.

Fällt die Konzentration zu irgendeinem Zeitpunkt unter den Mindest-Endwert, gilt die Behandlung als fehlgeschlagen – auch wenn das Zertifikat sauber aussieht. Nachdosieren am Ende ist nicht erlaubt.

Hitze

56 °C an der kältesten Oberfläche, mindestens 30 Minuten. Alternativ für Breakbulk-Einzelstücke unter 3.000 kg: 60 °C, 10 Minuten – mit Gewichtsnachweis in den Versandpapieren.

Methylbromid

Ab 24 g/m³ bei mindestens 10 °C: 12 bis unter 24 Stunden mit Endwert ab 12 g/m³, oder ab 24 Stunden mit Endwert ab 8 g/m³.

Sulfurylfluorid

Gleiche Werte wie Methylbromid. Über zugelassene Drittanbieter-Systeme alternativ ein CT-Wert ab 200 g·h/m³.

Ethylformiat (neu)

2026/27 erstmals auch onshore zugelassen. 16,7 %-Formulierung mit CO², ab 20 g/m³ plus 100 g/m³ CO² bei mindestens 10 °C.

Eine Dosiserhöhung als Ausgleich für Temperaturen unter 10 °C ist nicht zulässig.

Alle Raten, Grenzwerte und das Check-Sheet zum Ausdrucken – auf 8 Seiten.

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So arbeiten wir

Wir planen die Behandlung rückwärts ab der Schiffsabfahrt.

Einordnung Ihrer Ware

HS-Kapitel gegen die DAFF-Warenlisten geprüft, Ladungsart festgelegt – und damit die Frage beantwortet, ob eine Onshore-Behandlung überhaupt noch als Rettungsleine zur Verfügung steht.

Verfahren und Slot

Verfahrenswahl passend zu Ware und Jahreszeit, Behandlungsslot auf die Schiffsabfahrt gerechnet – mit Puffer, weil die Rolled-Goods-Rettung entfällt.

Begaser verifizieren

Wir prüfen den Anbieterstatus tagesaktuell auf der DAFF-Liste, statt uns auf ein zugesandtes PDF zu verlassen.

Hafenarbeit

Demontage rückgebauter Anlagen, eigene Rigging-Teams, Reinigung von Gebrauchtmaschinen und Komponenten, seefeste Verpackung und Containerbeladung.

Dokumentenkette

Zertifikat gegen die Raten nachgerechnet, Abgleich von Siegel, B/L und Packliste, Überwachung des 120-Stunden-Fensters – und ein Agentennetz in Australien und Neuseeland für den Inspektionsfall.

Kostenloser Download

Der Australien-Guide zur Stink-Bug-Saison 2026/2027.

Acht Seiten, die Ihnen eine Ladung retten können – auf Basis der offiziellen DAFF-Veröffentlichung:

  • Alle 38 Zielrisikoländer und beide HS-Kapitel-Listen im Klartext
  • Was 2026/27 neu ist: Ethylformiat onshore, Rolled Goods und Safeguarding Scheme gestrichen
  • Ladungsarten-Matrix: was offshore muss und was onshore darf
  • Die offiziellen Behandlungsraten inkl. Ethylformiat-Tabelle
  • Sealing Declaration: die vier zulässigen Fälle
  • Check-Sheet zum Ausdrucken – fünf Phasen von Angebot bis Nachverladung
  • Incoterms-Zuordnung der Behandlungskosten und ein Neuseeland-Block

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FAQ

Häufige Fragen zur BMSB-Saison

Ab wann genau greifen die Maßnahmen?

Wenn die Ware zwischen dem 1. September und dem 30. April (einschließlich) verschifft wird, aus einem Zielrisikoland stammt oder von dort verschifft wird, als Seefracht reist und unter die Ziel- oder Hochrisiko-Warenliste fällt. Maßgeblich ist das Shipped-on-Board-Datum im Ocean Bill of Lading; Gate-In-Daten und Container-Tracking akzeptiert DAFF ausdrücklich nicht als Nachweis.

Mein Kunde in Australien lässt die Ware doch dort behandeln.

Das geht nur bei sechsseitig geschlossenen Containern (FCL/FCX), und auch dort nur auf Containerebene vor jeder Dekonsolidierung. Breakbulk – also auch Flatracks, Open Tops, Shipper Owned Container und modifizierte Container mit eingebautem Generator oder Filteranlage – muss zwingend offshore behandelt werden. Unbehandelt wird die Löschung verweigert oder die Ware zum Export angewiesen.

Was passiert, wenn das Schiff sich verzögert?

Für Behandlungen vor dem 1. Dezember gilt ein Nachbehandlungsfenster von 120 Stunden bis zur Verladung an Bord. Früher konnte man ein Überschreiten über die Rolled Goods Policy heilen – die ist für 2026/27 gestrichen. Deshalb gehört in jede Australien-Planung ein Puffer und ein Plan für den Rollover-Fall.

Reicht eine BMSB-Behandlung für eine Gebrauchtmaschine?

Nein. Australien verlangt zusätzlich und ganzjährig, dass eingeführte Maschinen, Geräte und Ersatzteile frei von Erde, Pflanzenresten, Samen, Insekten und organischem Material sind. Wird die Ware bei Ankunft als verunreinigt eingestuft, folgt Reinigung an einer zugelassenen Anlage oder im Extremfall die Rückverschiffung – auf Kosten des Importeurs. Die Sauberkeitsprüfung gehört deshalb nach Deutschland.

Gilt ein australisches Zertifikat auch für Neuseeland?

Nein. Neuseeland hat eine eigene Risikosaison (ebenfalls 1. September bis 30. April), eine eigene Länderliste und eine eigene Liste MPI-zugelassener Behandlungsanbieter. DAFF stellt zudem klar, dass Australien und Neuseeland nicht füreinander behandeln – und Ware, die während der Saison über Neuseeland gelaufen ist, kommt ohne australienkonforme Behandlung nicht nach Australien hinein.

Wer trägt eigentlich die Behandlungskosten?

Die Incoterms® 2020 regeln BMSB-Behandlungen nicht ausdrücklich – genau das ist das Problem. Bei EXW oder FCA ist formal der Käufer zuständig, hat aber keinen Zugriff auf die Maschine vor der Verladung; bei DAP oder DDP trägt der Verkäufer das volle Risiko bis hin zum Re-Export. Unsere Empfehlung: Behandlung, Zertifikatsbeschaffung und Kostenträgerschaft ausdrücklich im Vertrag benennen.

Betrifft mich das auch bei Luftfracht?

Eine Behandlungspflicht gibt es bei Luftfracht nicht. Es gelten lediglich Stichprobeninspektionen für Hochrisikowaren aus den USA und China zwischen dem 1. September und dem 30. April. Bei sehr kritischen Terminen kann Luftfracht deshalb eine kalkulatorisch prüfenswerte Ausweichoption sein.

Grundlage aller Angaben auf dieser Seite: die Veröffentlichung „Seasonal measures for Brown marmorated stink bug (BMSB)“ des australischen Department of Agriculture, Fisheries and Forestry (Stand des dortigen Updates: 05.08.2026) sowie der Import Health Standard „Vehicles, Machinery and Parts“ des neuseeländischen MPI. Die Maßnahmen werden während der Saison überprüft und können angepasst werden; maßgeblich ist stets die aktuelle Veröffentlichung von DAFF bzw. MPI. Diese Seite ist eine praxisorientierte Orientierungshilfe und keine Rechts-, Zoll- oder Steuerberatung.

Vor der Buchung ist es eine Frage.
Nach der Verladung ist es ein Problem.

Schicken Sie uns Ware, HS-Code, Maße und Ihren Wunsch-Verladetermin. Sie erhalten eine Einschätzung, ob und wie die BMSB-Maßnahmen greifen, welches Verfahren realistisch ist und welcher Verladeslot zum 120-Stunden-Fenster passt.

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